Wie sorgen wir dafür, dass nachhaltiges Wirtschaften zum Wettbewerbsvorteil wird, statt dass sich Umweltverschmutzung finanziell lohnt?
Darüber habe ich bei der Munich Climate Week mit Elisa Rieber von der BayernLB, Luisa Haas von CirCoFin und UnternehmerTUM, Lena Lüpken von The Landbanking Group und Patrick Zeitinger von der TUM diskutiert.
Für mich ist klar: Nachhaltiges Wirtschaften muss sich lohnen. Heute ist das oft nicht der Fall, weil Unternehmen die Kosten von Umwelt- und Klimaschäden nicht vollständig tragen müssen. Dadurch sind umweltschädliche Produkte häufig günstig und nachhaltige Geschäftsmodelle im Nachteil. Das müssen wir ändern: durch den Abbau klimaschädlicher Subventionen und klaren Regeln, die Umwelt- und Klimaschäden einen Preis geben.
Gleichzeitig brauchen Unternehmen Planungssicherheit, damit sie langfristig in klimafreundliche Technologien investieren können. Wer heute in nachhaltige Lösungen investiert, muss sich darauf verlassen können, dass die Politik morgen nicht wieder die Richtung ändert.
Dabei geht es um mehr als Klimaschutz. Gerade angesichts geopolitischer Konflikte müssen wir unsere Wirtschaft unabhängiger und krisenfester machen. Eine Kreislaufwirtschaft, die Rohstoffe wiederverwendet und Lieferketten widerstandsfähiger macht, stärkt auch unsere wirtschaftliche Sicherheit.
Wichtig ist außerdem ein fairer Wettbewerb. Unternehmen, die hohe soziale und ökologische Standards einhalten, dürfen gegenüber Konkurrenten, die unter schlechteren Bedingungen produzieren, nicht dauerhaft benachteiligt werden. Deshalb müssen wir auch prüfen, wie handelspolitische Instrumente, etwa Zölle, faire Wettbewerbsbedingungen und höhere Standards unterstützen können.
Besonders spannend fand ich die Perspektive der Finanzwirtschaft: Banken und Versicherungen berücksichtigen bereits heute die finanziellen Risiken von Klimawandel und Umweltzerstörung. Wir haben auch darüber gesprochen, wie der wirtschaftliche Wert der Natur besser sichtbar werden kann. Denn intakte Ökosysteme erbringen Leistungen, von denen unsere Wirtschaft abhängt. Ihre Zerstörung verursacht enorme Kosten, die bislang oft nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Aber Banken und Unternehmen können diese Probleme nicht allein lösen. Die Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen setzen und dafür sorgen, dass nachhaltige Investitionen attraktiver und umweltschädliche Geschäftsmodelle weniger rentabel werden.
Mein wichtigstes Fazit aus der Diskussion: Klimaschutz, Wirtschaftspolitik, Finanzmärkte, Handel und Versorgungssicherheit gehören zusammen. Wir werden die sozial-ökologische Transformation nur erfolgreich gestalten, wenn wir diese Bereiche gemeinsam betrachten und politisch entsprechend handeln.
Vielen Dank an alle Panelgäste für die spannende Diskussion, an UnternehmerTUM für die Einladung und an die Munich Climate Week für den Austausch!