Ich habe mich diese Woche im Bundestag wirklich geschämt. Am Mittwochabend haben über die historische Verantwortung Deutschlands für den Völkermord an den Ovaherero und Nama und die Kolonialverbrechen an den Damara und San debattiert. Auf der Tribüne saßen Nachfahren der Opfer, die eigens aus Namibia angereist waren.
Was sie sich anhören mussten, war beschämend: Die AfD leugnete den Völkermord, sprach von einem angeblichen „Schuldkult“ und relativierte die Verbrechen deutscher Kolonialtruppen, denen Zehntausende Menschen zum Opfer fielen.
Ich bin überzeugt, dass die AfD eine ehrliche Aufarbeitung unserer Kolonialgeschichte fürchtet. Denn sie zeigt, zu welchen Grausamkeiten rassistisches und entmenschlichendes Denken führen kann. Und sie macht uns widerstandsfähiger gegen den Hass und die Ausgrenzung, mit denen die AfD heute Politik macht.
2022 habe ich in Namibia mit Nachfahren der Opfer gesprochen. Eine junge Frau sagte mir damals, wie sehr es sie verletze, dass wir uns in Deutschland kaum mit einer Geschichte beschäftigen, die ihr Leben bis heute prägt. Diese Worte haben mich nie losgelassen.
Deshalb kämpfen wir Grüne dafür, dass der Bundestag den Völkermord endlich ausdrücklich anerkennt, die Nachfahren angemessen beteiligt werden und die Kolonialverbrechen einen festen Platz in unserer Erinnerungskultur bekommen.
Denn wir können die Verbrechen nicht ungeschehen machen. Aber wir tragen Verantwortung dafür, wie wir heute mit ihnen umgehen.
Hier zu meiner Rede.