Radltour durch Münchens Süden

Wir brauchen eine Reform der Straßenverkehrsordnung

Bei einer Radtour mit Bürgern durch den Wahlkreis Süd hat die Bundestagskandidatin von Bündnis90/Grüne Jamila Schäfer am vergangenen Sonntag eine Reform der Straßenverkehrsordnung angemahnt. „Die bundespolitische Gesetzgebung erschwert eine innovative eine klimafreundliche Stadtentwicklung in München“, kritisierte die im Stadtteil Hadern aufgewachsene Politikerin, die auch im Bundesvorstand der Grünen sitzt.

Die Tour war zusammengestellt worden vom Radentscheid-Beauftragten der Münchener Grünen Dr. Michael Hälsig und sollte aufzeigen, woran sicherere und komfortablere Radwegeinfrastruktur noch immer scheitert. Die Teilnehmer nahmen dabei kritische Fahrradhotspots in Augenschein.

Vor Stadtbibliothek: Unklare Beschilderung sorgt für Konflikte

Dazu zählte etwa die vielbefahrene und bei Radfahrern beliebte Querung aus Richtung Stemmerhof oder Mittlerer Ring, bei der die Kreuzung Albert-Roßhaupter-Str. / Meindl- / Karwendelstraße immer wieder für Verwirrung und gefährliche Situationen sorgt. „Konfliktbereiche sollten für alle Verkehrsteilnehmer als solche klar erkennbar sein, und wie man sich dort verhalten soll. Das ist bei dieser Kreuzung nicht der Fall, da die Südseite nicht als solche ausgebildet ist, sondern mit unklaren Konflikt- und Aufstellbereichen“, urteilt Radinfrastrukturspezialist Hälsig. Er erinnert dabei an den Verkehrsplaner-Grundsatz „Verhalten kommt von Gestaltung“.

Fahrradstraßen in München sind für Kfz freigegeben

Der Radentscheid-Fachmann findet darüber hinaus: „Am Beispiel der Karwendelstraße haben wir gesehen, dass zwei kleine Piktogramme auf der Straße nicht ausreichen, um sie als Fahrradstraße für jeden erkennbar zu machen. Hier wäre eine durchgängige Grüneinfärbung eine gute Lösung!“

In der Fortsetzung der Runde urteilte er über die Boschetsriederstraße, diese habe noch immer viel zu schmale, gefährliche Radwege. Ein sicheres Erreichen der anliegenden Schule für Schüler sei fast nicht möglich. Dabei sei der Ausbau dieser Radwege schon im ersten Maßnahmenpaket des Radentscheids vorgesehen gewesen.

Greiner-Berg: Radweg endet abrupt auf der Straße

Schließlich inspizierten die Teilnehmer die Abfahrt zum Greiner-Berg, die Grünen-Lokalpolitiker Uwe Zimmermann als für Radfahrer gefährlich und von der Radwegführung unvollständig kritisierte. An der Tierparkbrücke, die Michael Hälsig als ein „Nadelöhr für alle Verkehrsarten“ sieht, hat man den Radverkehr vom vorher separaten Radweg auf der Seite auf die Fahrbahn verbannt. „Das ist gefährlich, wegen des hohen Bordsteins, und auch nicht zulässig, da hier weitaus mehr als 800 Kfz pro Stunde fahren, was als zulässige Obergrenze für einen Mischverkehr Kfz / Radverkehr gilt“, urteilt Michael Hälsig.

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