Sauberes Wasser – was können wir gegen PFAS tun?

PFAS sind mittlerweile nahezu überall nachweisbar: in Gewässern, Böden, Fischen und sogar im menschlichen Blut. Viele dieser sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ können unsere Umwelt und Gesundheit erheblich belasten. Damit gehören sie zu den drängendsten Umwelt- und Gesundheitsthemen unserer Zeit. Weil das Thema so viel mehr Aufmerksamkeit verdient, haben wir mit unserem Bundestagsabgeordneten und Experten für Agrarpolitik und Umweltschutz, Karl Bär, über Risiken, politische Herausforderungen und mögliche Lösungen zu diesem Thema diskutiert.

Was sind PFAS?

PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind eine große Gruppe industriell hergestellter Chemikalien. Sie werden seit Jahrzehnten eingesetzt, weil sie swhr satbil sind und Wasser, Fett und Schmutz abweisen. Deshalb stecken sie in zahlreichen Alltagsprodukten wie etwa in beschichteten Pfannen, Outdoor-Kleidung, Lebensmittelverpackungen, Kosmetik oder Löschschäumen. Zu den wichtigsten Quellen für PFAS in Umwelt, Wasser und Lebensmitteln gehören PFAS, die als Pestizide und Kühlmittel eingesetzt werden.

Warum sind PFAS problematisch?

PFAS bauen sich in der Umwelt kaum oder gar nicht ab. Einmal freigesetzt, verbleiben sie über Jahrzehnte in Böden, Gewässern und der Nahrungskette. Viele PFAS können zudem zu Trifluoressigsäure (TFA) abgebaut werden. TFA baut sich defacto nicht unter normalen Umweltbegebenheiten ab und reichert sich zunehmend in Gewässern an. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass TFA fortpflanzungsschädliche Eigenschaften haben könnte und Risiken für ungeborenes Leben bestehen.

PFAS an sich stehen im Verdacht, erhebliche Gesundheitsprobleme zu verursachen. Studien bringen einzelne Stoffe unter anderem mit Störungen des Immunsystems, hormonellen Veränderungen, Fruchtbarkeitsproblemen und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebserkrankungen in Verbindung. Besonders besorgniserregend ist, dass sich viele PFAS im menschlichen Körper anreichern und ihre langfristigen Auswirkungen noch nicht vollständig erforscht sind.

Was können wir tun?

Als wir Grüne Teil der Bundesregierung waren (2021 bis 2025) haben wir bei der europäischen Chemikalienagentur gemeinsam mit 4 anderen EU-Staaten ein umfassendes Beschränkungsverfahren gegen PFAS eingeleitet. Die wissenschaftliche Prüfung ist weit fortgeschritten und die EU-Kommission wird voraussichtlich Ende 2026 entscheiden.

Für uns Grüne ist klar: Der Schutz von Mensch und Umwelt muss Vorrang haben. Deshalb setzen wir uns auf europäischer und nationaler Ebene für ein weitgehendes PFAS-Verbot ein. Gleichzeitig braucht es eine konsequente Kontrolle industrieller Emissionen und die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips.   Unternehmen müssen Verantwortung für die von ihnen verursachten Schäden übernehmen.

Welche Hürden gilt es zu überwinden?

Der Weg zu wirksamen Regeln ist umkämpft. Teile der Chemieindustrie warnen vor wirtschaftlichen Belastungen und drängen auf zahlreiche Ausnahmen. Dadurch ziehen sich die Verhandlungen über ein umfassendes PFAS-Verbot auf europäischer Ebene seit Jahren hin.

Aber wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren. Denn die Kosten des Nichthandelns sind enorm. Studien im Auftrag europäischer Institutionen gehen davon aus, dass die Beseitigung von PFAS-Schäden und die Aufbereitung belasteter Umweltmedien langfristig Kosten in Billionenhöhe verursachen könnten.

Wie konkret die Folgen bereits heute sind, schilderte eine Teilnehmerin aus Manching. Dort kam es durch PFAS-haltige Löschschäume auf einem Bundeswehr-Übungsplatz zu erheblichen Belastungen von Boden und Grundwasser. Die Einschränkungen für die Bevölkerung zeigen, dass PFAS kein abstraktes Umweltproblem sind, sondern vielerorts direkte Auswirkungen auf den Alltag haben.

Die Eindämmung von PFAS ist deshalb eine zentrale Aufgabe vorsorgender Umweltpolitik. Sie zeigt, wie eng Verbraucher-, Gesundheits- und Umweltschutz mit nachhaltiger Wirtschaftspolitik zusammenhängen.

 

Als weiterführende Information empfahl eine Teilnehmerin diese Dokumentation über die Vertuschung der Probleme mit PFAS:

https://www.zdf.de/video/dokus/zdf-info-100/pfas-ewiges-gift-vertuscht-und-verharmlost-100

 

Hier zu finden ist der grüne Antrag, den wir als Bundestagsfraktion in dieser Legislatur in die Parlamentarischen Beratungen eingebracht haben.

https://dserver.bundestag.de/btd/21/057/2105761.pdf

zurück
Weitere Beiträge